Ganz bestimmt…

Heute keine lange Rede, keine Gedanken zu Schlagwörtern, welche die letzten Jahre prägten, wie „Soziale Kälte“ (2019) und „Ressourcenverschwendung und Klimawandel“ (2020).

Heute brauchen wir das Vertrauen in uns selber und das gut Zureden, falls jemandem der Hoffnungsschimmer noch fehlt.

Wir treffen uns wieder, ganz bestimmt.
Wir feiern wieder miteinander, ganz bestimmt.
Wir singen wieder zusammen, ganz bestimmt.
Wir besuchen uns wieder, ganz bestimmt.
Wir bleiben gesund, ganz bestimmt.

Und wir geben unser Bestes, damit all dies wieder möglich ist.
Ganz bestimmt.

Ein gutes neues Jahr!

Der Jahreskreis schließt sich

2020 – „Ein absonderliches Jahr“, „Zum in die Luft Schießen“, „Gehört in die Wüste geschickt“, „Schleich di!“ und Schlimmeres kann man hören und lesen, wenn nun zum Jahresende an das gesamte Jahr 2020 gedacht wird.
Ich finde diese Einstellung zwar verständlich, jedoch nicht richtig. Verkürzt auf die Pandemie und ihre Folgen gibt sie diesem erstmaligen Ereignis einen Stellenwert, der alles andere in den Hintergrund drängt. Kein Wunder, war Corona doch DIE Schlagzeile, tagtäglich, 44 Wochen lang, – und ich gönne diesem Virus auch schon wieder viel zu viel Platz.

Jedes Leben bietet Helles und Dunkles, Klares und Trübes, Lautes und Leises, Gesundes und Krankes, Frisches und Altes…
Auf und Ab – östliche Kulturen würden Yin und Yang ins Spiel bringen – bewirken sich gegenseitig und haben immer miteinander zu tun.

Auf ziemlich ruppige Art und Weise wurde unser unersättliches Lebensgefühl gestoppt. Was könnten wir uns noch gönnen, was fehlt uns noch in unserem Wirtschaftswutziwunderland, in dem wir schon alles und mehr als genug haben? In diese Richtung wiesen Staus, Kondensstreifenmuster am Himmel, Shopping-Citys, SUVs, Burnout und Depressionen.
Ruhe fehlt uns, die Rückbesinnung, was wirklich wichtig ist, Genügsamkeit und Loslassen, Achtsamkeit und Mitgefühl, Beheimatung, dort wo wir sind und vor allem in uns, – das alles waren noch vor einem Jahr alles andere als moderne Ansichten, die plötzlich wieder an Aktualität gewinnen und nicht nur ein klösterliches Leben umschreiben, sondern wichtige Pfeiler eines gesunden Lebens von globalem Wert, Pfeiler, auf denen Völker, Natur und Klima sicher stehen. An diesen Pfeilern wurden durch die Pandemie Risse, Sprünge, Brüche sichtbar und erlebbar.
Jetzt gilt es, daraus zu lernen. Denn ein Danach wie Davor gibt es nicht.

Das Jahr 2021 wird eine Wegmarke werden. Ein Markstein in der Geschichte unseres zarten, kleinen, blauen Balls, der auf seiner unsichtbaren Bahn durch das eiskalte Universum zieht, begleitet von den ewigen Augen der Sterne, jedoch geborgen in der Wärme des Sonnenlichts und gestaltet von der unerschöpflichen Kreativität der Menschen.

2020 war ein herausforderndes, unheilvolles, riskantes Jahr, das wir nicht in die Wüste schicken sollten, auch nicht in die Luft schießen, und schon gar nicht in die Verbannung. Es ist ein Jahr, das uns eine Chance aufzeigt. 2021 sollte immer 2020 als Kompass im Gepäck haben, damit wir die lebenserhaltende Richtung nicht verlieren.

Zum Abschluss dieses Jahres bringe ich das Bild eines ganz besonderen Hauses:


Das „Balthasar Riepp – Haus“ steht am Stadtplatz in Vils, war einige Zeit die Wohnstatt des angesehenen Malers Balthasar Riepp, – seine Fresken zieren die Fassade. Im letzten Jahrhundert war es die Heimat des Krippenschnitzers und Krippenbauers Norbert Roth, der 99 Jahre alt wurde und ein Leben lang Vergangenheit und Gegenwart in seinen Krippen zu verbinden trachtete. Sein Sohn Josef Roth, selbst Künstler, widmet beiden ein ehrendes Andenken. Er gibt dem Haus mit seiner Kunst ein neues Gesicht: Die farbigen Fenster weisen in diesen dunklen Tagen der Raunächte in eine ungewisse, jedoch leuchtende Zukunft.
Ich finde, das Haus ist voller Symbolik und wunderschön!

Advent 2020

Türen

Als ich mich für dieses Thema entschied, nämlich im frühen Herbst, war es noch längst nicht so sinnig, wie es nun in der Adventzeit ist.
Türen zu öffnen, symbolisch, bietet immer einen neuen Blick, entweder hinein oder hinaus…

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Erster September

Der erste September – meteorologischer Herbstbeginn.
Ja, man sieht und spürt, dass sich der Sommer verabschiedet hat. Ich hätte mich an ihn gewöhnt und würde gerne noch länger in meine Sommerfreuden eintauchen: von der Sonne geweckt werden, taulaufen, im See baden, mit kurzer Hose wandern und radeln, laue Abende im Freien genießen, Sommerfrüchte naschen und „vergolden“ (einkochen, usw.)…
Ich möchte nicht lamentieren, ganz im Gegenteil, denn was ist es doch für ein Glück, dass all dies meinen Sommer ausmacht!

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BLAU

Sollte ich doch Corona als Überschrift schreiben?
Nein, nicht dieses alles dominierende Wort über den alles dominierenden Zustand mit den alles dominierenden Richtlinien und Vorschriften…
Blau. Ich will Blau schreiben.

Dafür muss ich nicht einmal überlegen. Diese außergewöhnliche Zeit wird für mich immer mit Blau verbunden sein. Ich muss zugeben, ich bin in der wahrlich privilegierten Lage, gesund und soweit gefahrlos leben zu können. Ich kann in meinem Garten mit weitem Blick hinaus und nach oben schauen.

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