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Lucia-Tag
Nicht umsonst liegt der Lucia-Tag in den dunkelsten Zeiten des Jahres.
Lucia, Lichtbringerin, – so wurde das junge Mädchen genannt, das mit einem Kerzenkranz am Kopf die dunklen Gänge der Katakomben ausleuchtete, wohin sie zu Menschen im Versteck heimlich Lebensmittel brachte. Nicht nur das Kerzenlicht war Licht für die Verborgenen, Lucia selbst war für die Verfolgten Licht und Hoffnung.
Diese Legende lebt heute wie damals: Es gibt viel zu viel Schlimmes, Böses, Schlechtes auf der Welt, symbolisch steht dafür die dunkle, verschlingende Nacht.
Je mehr wir damit konfrontiert sind, umso wichtiger sind das Gute, Helfende, Rettende, die Hoffnung, das Licht. In Menschen bekommt dieses Licht ein Gesicht im Mitgefühl. Das „menschelet“.
„Mitgefühl ist höher einzuschätzen als Mitleid, weil es auch Mitfreuen einschließt.“ (A. Lichtenauer)
Wenn du mich anlächelst, mir zulächelst, dann ist mein Tag schon viel heller.

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Adventweg
Von Familien, Kinder- und Jugendgruppen gestaltet präsentieren sich die stimmungsvollsten Adventwege. Von Jahr zu Jahr gibt es mehr davon und diese liebevoll gestalteten Themenplätze entlang einer Route sind in der Adventzeit nicht mehr wegzudenken.
An der recht neuen Art Advent erlebbar zu machen, beweist sich, dass schöne Dinge, Ereignisse, Angebote, welche für viele Menschen da sind, ein Miteinander fördern und ein gutes Gefühl bewirken und in kürzester Zeit zur Tradition werden können.
Wenn wir auch nur wenige Kilometer dabei zurücklegen, so liegt die Wurzel dieser Wege wohl in der Wanderung der hochschwangeren Maria mit ihrem Mann Josef von Nazareth bis Bethlehem. 150 km, das bedeutet in etwa 6 Tage Reisezeit durch zum Teil bergiges Gebiet, und nicht zum Vergnügen oder zur adventlichen Einstimmung.
Freuen wir uns, dass wir gehen dürfen, – begleitet von guten Gedanken und kreativen Ideen, welche die Adventzeit in vielen SYMBOLEN feiern.

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Singen
Ich brauche keine Atemtherapie. Ich singe.
Ich singe am liebsten mit den Frauen im Chor. Manchmal singen auch Männer mit, das verleiht dem Gesamtklang noch die gewisse Tiefe. Ich wüsste keinen Abend, an dem ich mich danach nicht besser, leichter, mit mehr Energie und irgendwie erholt gefühlt hätte. Das Singen zu bestimmten Gelegenheiten gibt den Proben Sinn, ein Ziel und eine „Farbe“. Advent mit den vielen Liedern zu dieser Jahreszeit fühlt sich golden, rot und manchmal schneeweiß an. Alle Advent- und Weihnachtslieder, die wir schon im Repertoire hätten, können wir gar nicht singen, aber ich weiß, es gibt ein nächstes Jahr.
Auf das Adventsingen in diesem Jahr freue ich mich besonders. Gemeinsam schenken wir den Besuchern und uns selbst eine Stunde Seelenzeit. Wie schön!

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Sternschnuppen
In diesen Nächten sind angeblich wahre Sternschnuppenschauer zu beobachten.
Das hat schon etwas Geheimnisvolles an sich, wenn aus den unendlichen Weiten und Tiefen des Weltalls plötzlich Lichtpunkte über den Nachthimmel sausen und im nächsten Moment schon verglüht sind. Man darf sich dann etwas wünschen, hieß es in meiner Kindheit.
Da bekommen diese Sternschnuppen eine „Aufgabe“, denn zur Orientierung dienen sie nicht. Sie sind das Zwinkern des Weltalls…
Was in unseren Gärten und an den Häusern alles flackert, leuchtet, blinkt und funkelt, „überstimmt“ das himmlische Geschehen. Das könnte auch im übertragenen Sinn zu verstehen sein: Im ganzen Weihnachtsrummel ist das Leise, Feine, Zarte, das Himmlische oft gar nicht mehr wahrzunehmen.
Ich möchte zumindest in einer der nächsten Nächte Sternschnuppen am Himmel entdecken!

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Ohne Moos …
… koa Krippele! In Abwandlung des bekannten Spruches gilt dies unbedingt für begeisterte Krippenbauer. Nun haben wir schon die zweite Dezemberwoche, – wer es bisher versäumt hat Moos zu holen …?
Für manche Dinge im Leben gibt es nur eine Chance, – glücklich derjenige, der die Gelegenheit beim Schopfe packt und diese eine Chance zu nützen versteht. Das Zusammentreffen von „zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort das Richtige tun“ erscheint einem selbst im Nachhinein dann oft wie ein kleines Wunder.
Diese geniale Situation ist nicht immer nötig, manchmal bekommt man mehr als nur eine Chance. Das ist bequem, tröstlich, praktisch, – je nach dem.
Wer es also versäumt hat, zeitgerecht Moos für die Weihnachtskrippe zu holen, – in den nächsten Tagen ist Gelegenheit genug! Es wird warm und sonnig, es taut, und die Sonnenseite im Tal ist aper. Das schöne Grün in der Weihnachtskrippe ist also gesichert!

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Anna Selbdritt
Heute wird der Festtag Mariä Empfängnis gefeiert, einer von einst über 80 Feiertagen, die Höhepunkte im Jahreskreis bedeuteten. Sie boten eine willkommene Pause für Freude, Feste und Zusammenkünfte im harten, kargen Alltag. Viele dieser Feiertage wurden im Laufe der Zeit außer Kraft gesetzt, Mariä Empfängnis gilt in Österreich und katholisch geprägten Ländern noch teilweise. Dem guten Leben heutzutage mit seinen Möglichkeiten, Geschenke für die Lieben einzukaufen, wird dieser Tag mehr und mehr untergeordnet.
Ich betrachte diesen Feiertag am 8. Dezember als Feiertag der Großmütter. Hätte es Anna nicht gegeben, die Maria erwartete, hätte es auch Maria nicht gegeben, die Jesus erwartete.
Im Bild der Anna Selbdritt spiegelt sich diese Generationenfolge. Sind wir doch alle Kinder einer Mutter einer Mutter einer Mutter…
Darum heute ein Feiertag für die Großmütter!

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Eine harte Nuss knacken
Nüsse sind nicht nur Vogelfutter oder versteckte Schätze der Eichhörnchen. Nüsse sind Gehirnfutter. Und auch sonst gesund. Sie zu knacken ist empfehlenswert.
Ja, sogar SYMBOLISCH, – im übertragenen Sinn!
Der Spruch „eine harte Nuss knacken“ – ein schwieriges, fast aussichtsloses Problem anzugehen und damit zum Kern, zur Lösung zu gelangen – betrifft irgendwann wohl jeden. Jede Epoche hat ihre harten Nüsse. Jedes Land, jede Region. Jede Gemeinde und jede Familie. Jeder hat irgendwann eine harte Nuss vor sich, muss ordentlich dran arbeiten und kann sie hoffentlich auch knacken. Das macht glücklich, zufrieden und steigert das Selbstwertgefühl.
Manchmal ist es allerdings ratsam, eine harte Nuss für ein Weilchen zu vergraben, vielleicht wächst Gras drüber.
Sicher ist, dass Nüsse – jene auf dem Teller – Glückshormone freisetzen. Also frisch ans Werk!

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Namenspatron
Einem Kind einen Namen zu geben, bedeutet, dieses Menschlein von Anfang an und meist weit in sein Leben hinein zu prägen. Ein Name will gut überlegt sein. Natürlich soll ein Name gefallen, gut klingen, darf vielleicht sogar selten oder originell sein, doch an die möglichen Befindlichkeiten des Namensträgers in 10, 20 Jahren sollte dabei nicht vergessen werden.
In unserem Kulturkreis war es Jahrhunderte lang üblich, auf Namen zurückzugreifen, die Heiligen zugeschrieben werden. Manche Namen wirken heute veraltet, jedoch zwei, drei Generationen später stehen sie oft wieder hoch im Kurs.
Wer kennt noch die Geschichte, die hinter dem eigenen Namen steckt? Welche Eigenschaften hatte der Namenspatron, die Namenspatronin? Kann mir diese historische Person heute noch etwas sagen?
Heute ist Nikolaustag. Der Name stammt aus vorchristlicher Zeit und ist im Ursprung griechisch: „Sieg des Volkes“. Daran denkt heute kaum noch jemand, doch allgemein bekannt ist die Geschichte des Bischofs Nikolaus von Myra als gütigem Wohltäter. Viele schöne, originelle, gelungene Abwandlungen für Buben und Mädchen erinnern an den ursprünglichen Namen, – er ist nicht aus der Mode!
Einen schönen Namenstag an alle Nikolaus, Klaus, Nicole, Nicola, Niko, Niklas …!

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Personifiziert
Die Seelenlandschaft heißt nicht umsonst so: In der unermesslichen und unergründlichen Weite der Seele gibt es Licht und Schatten und sogar tiefe Abgründe, wo das Böse lauert. Schon immer machte man sich Gedanken über diese dunklen Mächte und versuchte ihnen ein Gesicht zu geben. Das Ergebnis sieht in etwa so aus wie die schaurigen Gestalten, die in diesen Tagen mit ihren teuflischen Fratzen die langen Nächte bevölkern.

Ein schauriges Bild in den dunkelsten Tagen des Jahres, denen nur mit Licht beizukommen ist. Wie gut, dass dafür in der Seele ebenfalls unendlich viel Platz ist!
Davon spricht Angelus Silesius (Lyriker, Arzt, Theologe 1624-1677):
„Halt an, wo läufst du hin? Der Himmel ist in dir:
Suchst du Gott anderswo, du fehlst ihn für und für.“

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Ein Ziel vor Augen
Ein Ziel vor Augen haben, das ist gut. Der Weg dorthin kann ungewöhnlich sein, es kann dauern, möglicherweise kommt allerhand dazwischen… doch das Ziel vor Augen haben und vor allem nicht aus den Augen verlieren, belohnt letztendlich. Wenn man es erreicht. Und wenn nicht?
Dazu fällt mir immer wieder eine Liedzeile ein:
„Spann deine Schwingen, flieg, Ikarus!
Nicht das Gelingen, nur der Versuch zählt am Schluss!“
SYMBOLISCH dazu mein Barbarazweig: Heuer kein Apfelzweig, kein Kirschzweig, keine Forsythie.
Heuer eine Kornelkirsche. Ich weiß, wie sie in voller Blüte aussieht. Ob sie auch zu Weihnachten blühen wird?
Vielleicht😉

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Verkehrter Adventkalender
Dieser Begriff ist noch recht neu, die Intention dahinter wohl nicht. Beim verkehrten Adventkalender geht es darum, etwas „ins Fensterchen, ins Türchen“ hineinzulegen statt etwas herauszunehmen (Schokolade, kleine Geschenke … ). Propagiert wird, etwas von seinem guten Leben an Bedürftige oder soziale Einrichtungen abzugeben.
Aber auch SYMBOLISCH ist der verkehrte Adventkalender eine schöne, beglückende Version eines Adventkalenders, um uns auf dem Weg zur Weihnachtskrippe zu begleiten: Zeit schenken, zuhören, bewusst freundlich sein, Hilfe anbieten, lächeln, Besucher sein oder einladen, geduldig sein, im Gespräch einen positiven Beitrag leisten, Lob aussprechen, Dankbarkeit zeigen, gute Laune verbreiten, Vorfreude zelebrieren…
Das erste Bild unseres Adventkalenders in den Rathausfenstern spricht genau davon: vom „verkehrten“ Adventkalender!

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Sonne im Herzen

Es ist nicht immer einfach, Sonne im Herzen zu fühlen, vor allem, wenn sich der Nebel in diesen Wochen frühmorgens statt zu lichten noch verdichtet. Wenn dann außerdem das Wissen dazukommt, dass 10 km entfernt der Himmel blau ist und die Sonne sogar wärmt, dann benötigt es mitunter schon ein kleines Hilfsmittel, um bei guter Laune zu bleiben. Eine liebe Freundin sandte mir schon vor Jahren eine Karte, die diese Dienste leistete, – inzwischen habe ich die Botschaft verinnerlicht und ich kann innerlich Sonnenstrahlen anknipsen!
Das tut in trüben, kurzen Tagen mir und dann natürlich auch den Meinen gut ;)

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„Auf dem Weg nach Weihnachten … Vielleicht triffst du die Menschen, die voller Sehnsucht sind“
„Maria durch ein‘ Dornwald ging … Da haben die Dornen Rosen getragen“
Diese zwei Lieder – ein ganz junges Lied und das zweite ca. 200 Jahre alt – sie besingen wie viele andere auch die Adventzeit in symbolischer Sprache.
Ich bin froh um Bilder und Symbolik, die diese dunkle Jahreszeit mit Hoffnung auskleiden und das Warten zum Erwarten wandeln.
Wie schön! Es ist wieder Advent!



