Adventkalender 2019

Das war Weihnachten 2019!

Mit einer Gesamtansicht des aktuellen Vilser Rathaus-Adventkalenders 2019 schließt sich heute der Festtagskreis und ich schließe meinen Adventkalender.

Wer diese Zeit besonders liebt, nützt bestimmt die Gelegenheit, noch länger Weihnachtsduft zu schnuppern, was vor allem in vielen Dörfern möglich ist: Man geht „Krippele luaga“.
Und liebe Bekannte freuen sich, wenn man kommt, den „Christbaum zu loben“!
Solange die Heiligen Drei Könige noch dem Stern nachwandern, ist reichlich Zeit dafür…

24. Dezember – Heiliger Abend

Weihnachten

Das Sehnsuchtsfest rund um den Erdkreis:
Im Kind manifestiert sich die Sehnsucht nach Frieden, Geborgenheit, Familie, Menschenfreundlichkeit, Sicherheit und mehr als alles andere – Sehnsucht nach Liebe.

Aus dem Sehnsuchtsfest soll ein Hoffnungsfest werden, damit sich erfüllt, was das Herz braucht und beglückt! Frohe Weihnachten!

23. Dezember

Ich habe heute schon ein Wiesel gesehen. Es war nicht zu übersehen, die Tarnung ist nämlich aufgeflogen: schneeweißes Tier im grünen Feld.
So ähnlich stelle ich mir die Geschichte mit den Alltagsengeln vor. Es gibt viele, sehr, sehr viele, die am liebsten still oder gar unentdeckt ihre Taten vollbringen, weil sie getan werden müssen, weil es ihnen ein Bedürfnis ist und weil man nicht einfach zuschauen kann, wenn man etwas tun sollte. Aber manchmal müssen Engel sichtbar werden. Damit man sieht, wo das System krankt, wo etwas völlig Neues wichtig ist, wo jemand exemplarisch für viele gute Geister sichtbar gemacht wird.

Ich habe ein kleines Video geschickt bekommen: Ein Krippenspiel einer Kindergartengruppe. Das „Schäflein“ findet plötzlich, dass das Kind in der Krippe unbedingt Nähe braucht, reißt es heraus und wiegt es kräftig hin und her. „Maria“ kann das Schäflein nicht überzeugen (fast ein Zweikampf), dass das Kind in die Krippe gehört. Vielleicht ist das Schäflein ein verkleideter Engel, der sehr genau weiß, dass ein Kind Nähe und Liebe braucht.


22. Dezember

Freunde, wir fangen an: Kommt lasst uns bauen die Stadt auf der Höh!
Seht doch, die neue Stadt beginnt zu leuchten…

Diese Liedzeilen passen jedes Jahr wieder, – die neue Stadt sind wir, und keiner sollte sich verstecken müssen, wollen…
… auf dem Weg nach Weihnachten!


21. Dezember

Alles, was mein Leben wertvoll macht, geschieht in der Zeit, in der ich mich nicht beeile. (Franziska Friedl)

Ja, ich glaube, das stimmt.
Mein Motto lautet: Eins nach dem anderen.
Und das aber ganz, – das heißt, ich versuche auch in Gedanken nicht schon beim Nächsten zu sein, während ich noch mit einer Sache beschäftigt bin. Passiert es mir doch, dann denke ich, das ist jetzt also Stress. Auf das „Tempo“ kommt es nicht wirklich an, es ist das Zeitgleiche, das wir uns oft aufbürden und das uns dann Lebensqualität raubt.

Aus dem Fenster schauen.
Und sich freuen, dass es zuhause warm, gemütlich und heimelig ist. In den eigenen vier Wänden eine wohltuende Stimmung schaffen (das tut sich nicht von allein), ruhig einmal drinnen bleiben, dem miteinander Wohnen und Leben ganz bewusst vor allem anderen den Vorzug geben. Einen Sinn geben.
Ist das dann die beSINNliche Zeit, die wir uns gegenseitig in diesen Tagen wünschen?


20. Dezember

Wenn jedes Land der Welt eine Frau an der Spitze hätte, wäre so ziemlich alles besser. (Barack Obama, Dezember 2019)

Ein sehr revolutionärer Gedanke!
Müssen wir wirklich ganz oben anfangen umzukrempeln, können wir das denn?
Beginnt es nicht schon im Kleinen und ganz unten?
Nun ja, manchmal muss ein Engel eingreifen, damit sich etwas tut: Ein Engel brachte die Botschaft… Und schon bald darauf wurde die Welt durch ein Kind – in unwürdigsten Verhältnissen geboren – dauerhaft verändert.

Es muss nicht einmal ein Engel mit Feuerschwert sein. Es muss bloß ein Engel der Veränderung sein, des Neuanfangs.

Und plötzlich singt ein alteingesessener Männerchor ganz gegen alle Prinzipien mit einem Kinderchor Weihnachtskinderlieder. Schon solche Neuanfänge zählen! Da steckt die Botschaft drin: Es geht ja doch! Wir steigen herunter…
Das ist eine Weihnachtsrevolution.
Und dieser folgt der Weihnachtsfrieden.

Vielleicht war der Engel weiblich?


19. Dezember

Ich liebe Orte mit Aussicht. Kirchtürme, Aussichtstürme, Anhöhen und am allerliebsten Berggipfel. Wenn ich in alle Richtungen schauen und den Blick schweifen lassen kann, dann brauche ich sonst nichts mehr. Da ist zumindest eine gewisse Zeit lang alles andere unwichtiger Kleinkram, der gerne warten darf.

Ich liebe aber auch den Blick von unten auf Kirchtürme, Aussichtstürme, Anhöhen und am allerliebsten Berggipfel. Sie relativieren mein Leben, mir wird bewusst, wie groß manch genialer Geist war, wie faszinierend und einmalig die Natur doch ist, wie viel mehr doch über mich hinausreicht.

Es müssen nicht Kirchtürme, Aussichtstürme, Anhöhen und Berge sein. Für manche ist es das Wasser, das die Lebensreise als Symbol begleitet, für manche sind es Sonne, Erde, Brot, und manche führt ein Stern…


18. Dezember

Ein Herz pulsiert. Das sieht man sogar auf diesem leuchtenden Fensterbild.


Das Herz steht für Liebe, für Zuwendung, für Anteilnahme.
Ja, ein Herz pulsiert. So sind auch Liebe, Zuwendung und Anteilnahme nicht immer gleich, nicht immer gleich stark, gleich tief, gleich groß. Vielleicht MÜSSEN sie sich sogar verändern. Stell dir eine Liebe vor, die immer gleich ist! Sie wäre erstarrt.

Wofür und wie sehr ein „Herz“ pulsiert, ist bei aller Liebe zu Wissenschaft und Technik sicher nie zu fassen und zu verstehen. Gott sei Dank! Ich stelle mir Herzen vor, die turteln, galoppieren, mit Flügeln schlagen, im Leib hüpfen, aufspringen, zart anklopfen…
Und ein jedes Herz hat viele Sprachen!

Meins wandert gerade Weihnachten und meinen Lieben entgegen…


17. Dezember

Worte, die von Herzen kommen, gehen zu Herzen. (Gudrun Kropp)

Jede Begegnung ist Kommunikation. Jedes Wort, jeder Tonfall, jedes nicht gesprochene Wort, Blicke, Gesten und sogar Musik. Immer als ein Näherkommen oder Abstandnehmen.
Im Advent üben wir uns im Näherkommen.
Weihnachtsmusik hüllt uns ein. Oft ist es schon zu viel des Guten. Wir müssen selbst die Balance halten, nicht jeder ist ein Christmas-Fan und zelebriert dies in jeder erdenklichen Weise.
Meistens ist weniger mehr.

Ehrliche Worte.
Komm bald wieder! Ich freue mich, dass du da bist!
So oder so ähnlich kann es klingen. Sprache verändert sich, wir verändern sie.
Worte, die reich an Ausdruck sind, sollten wir nicht in Vergessenheit geraten lassen. Verwenden wir sie im Alltag, dann gehören sie uns wieder:
Bleib mir wohl gesonnen, bleib mir gewogen, – für viele sind dies schon altertümliche Phrasen, die den anderen bitten, sich nicht abzuwenden und nur das Beste anzunehmen.

Gelingt dies, dann werden Worte über alle Stürme hinweg zu Seelenmusik.


16. Dezember

Flocken schaun, Flocken schaun,
ich mag so gerne Flocken schaun… (nach dem bekannten „Jingle Bells“)

Flocken schaun!
Das ist auch wirklich schön: Wie sie sacht herunterschweben, dicke weiße Gebilde, jedes ein kunstvolles Einzelstück, und sich sanft zu allen anderen legen, unerschöpflich kommen ständig neue nach… In diesem leisen Überfluss liegt eine Ruhe …
Flocken schaun… Eine gute Idee –
Ich schau hinaus – es ist grün! Braune Blätter wirbeln hoch und tanzen im Wind, es geht der Föhn!
Auch gut. Man muss situationsflexibel sein:
Blätter schaun, Blätter schaun…


15. Dezember

3. Adventsonntag: Gaudete! – Freuet euch!

Wer es einmal geschafft hat, seine Sehnsucht Vorfreude zu nennen, der kann nie wieder richtig unglücklich sein. (Peter Hohl)

Freude ist ein Geschenk, es macht froh und leicht.
Freude kann man sich wünschen, dafür die Türen aufstellen und offen halten, und wenn man das schafft und immer wieder übt, fällt die Sonne leichter ins Gemüt, vielleicht fühlt man sogar seine Flügel…
Wir haben allen Grund uns zu freuen!

Gaudete!


14. Dezember

Schätze deiner Hände Arbeit selbst, dann wird sie auch geschätzt werden.

Was für ein schönes Mandala!
Stunden, Tage, sogar Wochen wird im asiatischen Raum oft an Mandalas gearbeitet, sie haben dort einen religiösen Hintergrund: Die Person lässt sich bei dieser Arbeit auf eine Ganzheit ein, die mehr ist als sie selbst und die das Ich sogar in den Hintergrund stellt. Wahre Kunstwerke entstehen dabei…

Ist das im ganz gewöhnlichen Alltag nicht auch so?
Wir verrichten mit unseren Händen tagtäglich Arbeiten, die nicht nur für uns selbst wichtig sind, und manche geben uns sogar die Möglichkeit, kreativ zu sein, ein „Kunstwerk“ zu schaffen.
Es geht aber vor allem um die Kunst, den Alltag zu einem guten Alltag zu machen!

Man muss kein Zimmermann wie der biblische Josef sein, kein Krippenschnitzer wie Norbert Roth, – wir können vielleicht ein wohlschmeckendes Mittagessen auf den Tisch zaubern, die Wohnung der Jahreszeit entsprechend nicht nur sauber, sondern auch heimelig gestalten, mit Humor die Familie durch stressige Zeiten führen…

Wir sind alle „Alltagskünstler“!


13. Dezember

Ein Adventrätsel!

In der Darstellung des Baumes und des leuchtenden Hintergrunds ist ein Wunsch versteckt. Kunstvolle Buchstaben sind nicht sofort als solche zu erkennen. Man muss schon sehr genau schauen…

Wann lösen wir Rätsel?
Wenn wir Zeit haben,
uns das Rätselraten großen Spaß macht,
wir unsere grauen Zellen trainieren wollen,
uns möglicherweise langweilig ist,
oder wenn einfach Zeit überbrückt werden soll.

Wenn wir warten…

Advent („Warten auf die Ankunft“): Warten wir auf ihn,
oder wartet er vielleicht auch auf uns?
Die ganze Weihnachtsgeschichte ist voller Rätsel – und Geheimnisse!

Auflösung des Fensterbildrätsels:
MERRY
CHRISTMAS
AND A HAPPY
NEW YEAR


12. Dezember

An diesem Internationalen Tag rufe ich alle dazu auf, junge Menschen, die sich für Menschenrechte einsetzen, zu unterstützen und zu schützen. Sie sind es, die die Menschenrechte „zum Leben erwecken“. (UN-Generalsekretär António Guterres)

Der Tag der Menschenrechte (seit 1948) wurde vor zwei Tagen begangen. Mit der Verleihung des Friedensnobelpreises und vielen Veranstaltungen auf der ganzen Welt. Die jungen Leute, die für ihre Zukunft eintreten, stehen im Vordergrund. Sie repräsentieren eine bunte, vielfältige Welt, in der alle das Recht auf Leben, Würde und Freiheit haben.

Ein Zeitungsartikel hat mich heute ganz besonders berührt. Eine junge Künstlerin hat sich genau damit beschäftigt. Sie nimmt nun den Namen des Mädchens Marie Blum für ein Jahr lang an, ein Name, ein Leben, das wie viele andere schon nach den ersten Atemzügen in einem KZ ausgelöscht wurde. „Marie, nicht ein Stein, ein Mensch trägt deinen Namen“. Die Künstlerin wird ihren eigenen Namen nach einem Jahr wieder annehmen, ihr erstgeborenes Kind wird in der Geburtsurkunde „Marie Blum“ als Mutter finden. Einem Hauch Ewigkeit ist der Weg geebnet…


11. Dezember

Heute Nacht ist Vollmond.
Ich ließ ihn schon gestern Vollmond sein, – wer weiß, ob wir heute wieder eine so klare Winternacht erleben. Ich war am Abend singen. Die letzte Probe für das morgige Adventsingen. Ein schöner Klang, ich freue mich schon! Zuhause dann die Stille im mondhellen Garten…
Zurzeit sieht mich die Sonne kaum (wenn ich von der Arbeit komme, hat sich schon der Schatten unseres Hausberges über mein Zuhause gelegt).
Der Mond hat mich gesehen. Zwischen den kahlen Ästen stand er, der Schnee glitzerte, – ein regloses Bild in Schwarz-weiß-silber. Die längste Weile blieb ich draußen, einfach nur so, warm eingepackt, genoss das Silberlicht und ich hörte, es ist still.
Wohltuend still.


10. Dezember

Bekanntlich hat man in krummer, gebückter Haltung weniger Kraft zum Lastentragen. So geht es auch der Seele. Wir müssen sie aufrichten und straffen. (Michel de Montaigne)

Ein ungewöhnlicher Engel!
Braune Flügel? – Wie das Haar!
Ist es überhaupt ein Engel?
Was wäre, wenn nicht ein Engel, sondern ein Mensch voller Inbrunst ein Signal gibt? So überzeugend, als wäre er ein Engel, der genau wüsste, was zu tun ist, um alle aufzurütteln.
Macht es einen Unterschied?
Spielt es eine Rolle, wer uns die Botschaft bringt: Schaut hinauf, die Sterne sind oben, nicht zu euren Füßen! Richtet euch auf, haltet Ausschau, glaubt an die Zukunft, vertraut in euch selbst, greift nach den Sternen…


9. Dezember

Erst auf den zweiten Blick eröffnet sich das Besondere an diesem Kerzengesteck.
Wir sind inzwischen gewöhnt, dass nicht nur ein grüner Kranz mit roten Kerzen als Symbol für den Advent steht.
Aber ein Hirschgeweih mit Kerzen?
War da ein Jäger am Werk? Oder eine Person, die den Tieren des Waldes sehr nahesteht? Oder steckt ein Hirschhornsammler dahinter?
Das Bild wird nicht einfach „abgehakt“, nein, ich mache mir meine Gedanken…

Der zweite Blick…

Ob aus Zeitgründen oder aus Gewohnheit, diesen zweiten Blick gönnen wir uns viel zu selten. Dabei könnten sich damit oft regelrechte Scheunentore und nicht bloß Adventkalendertürchen öffnen.
Es benötigt nur ein bisschen Zeit, manchmal auch nur ein Innehalten.
Jeder neue Blickwinkel macht uns reicher, toleranter, verständnisvoller und vielleicht sogar umgänglicher.


8. Dezember

Der Verstand kann uns sagen, was wir unterlassen sollen.
Aber das Herz kann uns sagen, was wir tun müssen. (Joseph Joubert)

Auch wenn wir uns selbstbestimmt in unseren Entscheidungen und unabhängig und frei fühlen, ganz unbewusst richten wir uns doch nach Gewohntem aus, nach Vertrautem und was uns von klein auf geprägt hat.
Das Übernommene weiterzutragen ist nicht schlecht, es gibt Sicherheit, und Traditionen werden ehrend gepflegt.
Manches zu hinterfragen ist auch nicht schlecht, denn einiges hat sich überholt. Es braucht neue Muster, möglicherweise in der Gestaltung der Freizeit (mehr Bewegung) in der Ernährung (denn wir müssen kaum mehr schwere körperliche Arbeit verrichten), im Umgang mit unseren älteren Mitbewohnern (Einsamkeit?) und unseren Kindern (digital kids).

Halten wir Ausschau in beide Richtungen, – solange es leuchtende Vorbilder für beide Sichtweisen gibt, ist alles im grünen Bereich!

P.S. Heute feiern wir Mariä Empfängnis – an diesem Tag werden wir daran erinnert, dass Maria – ganz menschlich – Ahnen hatte, und diese vorbildlich lebten.


7. Dezember

Deine erste Adventwoche war auch ziemlich voll?

Zum Glück mit Adventfreuden wie Weihnachtsmarkt, Konzert, Nikolausumzug und Krampus-schauen-gehen, mit Proben und Weihnachtsvorbereitungen, – und da hinzu kommt dann natürlich der ganze übliche Alltagskram, der Zirkus oder der Salat, das übliche Brimborium oder gar Tohuwabohu?

Meine liebe Freundin hat das nicht. Sie hat Advent und dazu ihr Trallala.
Seit ich diese „Deutung“ von stressverursachenden Alltäglichkeiten kenne, schleichen sich im entsprechenden Moment Lachfältchen um meine Augen ein, – und der Stress ist dahin. Trallala!


6. Dezember

Heute ist der eigentliche Nikolaustag.
Es gibt eine Vielzahl von Legenden über diesen Mann, der in seiner Zeit völlig anders gedacht haben muss wie es in obrigen Kreisen ansonsten üblich war, – und das bescherte ihm letztendlich die Unsterblichkeit. Immerhin erscheint er 1700 Jahre nach seinem Wirken immer noch als gerechter Mann, der Geschenke an Kinder verteilt.

Materielle Güter bedeuten Reichtum. Güter gerecht zu verteilen, ist bis heute nicht gelungen. Not gibt es immer noch.
Unsere Kinder leben nicht in Not, doch sie können sich auch noch nicht selbst etwas erwirtschaften. Deshalb verteilt der Nikolaus symbolisch an sie seine Gaben. Und alle können es sehen. Und wer will, könnte die Botschaft verstehen.


5. Dezember

Von einem, der auszog das Gruseln zu lernen.
(Gebrüder Grimm; das ursprüngliche Wort Fürchten wurde später als Gruseln definiert)

Dieses prickelnde Gefühl „Gruseln“, das durch und durch geht, ist nicht lebensbedrohlich, aber es raubt uns schon doch den Atem. Und es geht zum Glück von selber wieder vorbei. Und dann fühlt man sich richtig lebendig, ist aufgeregt und höchst konzentriert. Im Grunde und vor allem im Nachhinein ein gutes Gefühl. Kein Wunder, dass es Adrenalin-Junkies gibt!
Zumindest hie und da hat es was, dieses Gruseln…

Sich zu fürchten geht viel tiefer. Das wünscht man keinem, denn Furcht lähmt. Wer sich wirklich fürchten muss, erlebt sich an Leib und Leben bedroht. Furcht ist ein existentielles, sehr schlimmes Gefühl.

Der dunkle Abend, die unheimlichen Schellen, der Geruch nach Ziegenfell und Feuer – das ganze Gruseln verpackt in diesem Kinderbild vom Krampus. Ein gruseliger Krampus mit gefährlichem Blick…

Lasst uns heute Abend ausziehen, um das Gruseln zu lernen, – nach dem sanften, frommen Nikolaus gibt es bestimmt ein gruseliges Kontrastprogramm!


4. Dezember

Daheim ist man, wo liebende Augen auf dich warten.

Es zählt nicht, wie nobel und schön die Wohnung ist, ob man sich immer wieder neu einrichten kann, wie viele Quadratmeter man bewohnt…
Wir haben erst wieder davon gesprochen… my home is my castle, – und mein Turm möge immer ein Aussichtsturm sein und kein Kerkerturm…
Ich bin sooo gern daheim!


3. Dezember

Da geht er, der gute Hirte, mit einem zuversichtlichen Lächeln durch den Tag und die Nacht. Und hinter ihm – schwebend? – ein Schaf.
Dies ist eins meiner Lieblingsbilder.

Im Alltag sind wir oft weder Hirte noch Schaf, sondern eher eine Maschine, die nach genauem Takt funktioniert. Nicht immer fremdbestimmt, nein, oft ist es ein hausgemachter Takt, der uns antreibt.

Da tut so ein Bild schon gut. Welche Botschaft ich entziffere?
Man muss nicht immer der „Macher“ sein, manchmal genügt es vollkommen, auf Bewährtes zu vertrauen und darauf, dass man dir das Beste angedeihen will. Dann wird das Leben leichter, – möglicherweise beginnst du sogar zu schweben!
Manchmal tut es einfach gut, nur Schaf zu sein.


 

2. Dezember

„Ich werde nie zum Frühling sagen: Verzeihen Sie, Sie haben dort ein welkes Blatt! Oder zum Herbst: Nehmen Sie es ja nicht übel, aber dieser Apfel ist nur zur Hälfte rot.“ (C.F.Hebbel)

Ich habe gehört, dass etliche Adventkalender-Künstler der vergangenen Jahre sich nicht mehr um die Gestaltung eines Bildes bewarben, da sie am eigenen Anspruch verzweifelten.
Oh, wie schade!
Alles, was nie geschaffen wurde, wird nie mehr entstehen. Alles, was möglich gewesen wäre, aber den Weg nicht gefunden hat, ist für immer im Nichts. Leider.

Kunst ist nicht messbar.
Kunst ist der Ausdruck einer Idee, der im schönsten Falle als Eindruck beim Betrachter ankommt.
Was wäre die Welt ohne den Mut der Denker, Erfinder, Künstler, Dichter!


1. Dezember

„Freudenöl statt Trauergewand“ (Jes. 61)

Mit dem Advent „spielen“ wir die erwartungsvolle Haltung Jahr für Jahr nach, die schon vor 2700 Jahren in den Schriften des Jesaja die gute Botschaft unter das Volk brachte: Es gibt Gerechtigkeit, es gibt Hoffnung, es gibt Erlösung.

Um schon im Vorhinein deutlich zu zeigen, dass man darauf vertraut, sollte man das Trauergewand ablegen und stattdessen Freudenöl benutzen.
Heute würde man sagen, sich ein duftendes Bad gönnen und sich kleiden, als würde man Gäste empfangen oder selbst gern gesehener Gast sein.
Kurz gesagt: den Alltag als Alltagstrott nicht die Oberhand gewinnen lassen!

Advent ist vielleicht die symbolträchtigste Zeit im Jahreslauf.
Und alles andere als eine traurige Zeit!