{"id":407,"date":"2015-10-25T10:58:05","date_gmt":"2015-10-25T08:58:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.suria.at\/?p=407"},"modified":"2015-10-25T10:58:05","modified_gmt":"2015-10-25T08:58:05","slug":"sie-sind-wie-sie-sind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.suria.at\/?p=407","title":{"rendered":"Sie sind wie sie sind."},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-406\" src=\"http:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/beine-f\u00fc\u00dfe-300x220.jpg\" alt=\"beine f\u00fc\u00dfe\" width=\"300\" height=\"220\" srcset=\"https:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/beine-f\u00fc\u00dfe-300x220.jpg 300w, https:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/beine-f\u00fc\u00dfe-1024x751.jpg 1024w, https:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/beine-f\u00fc\u00dfe-210x154.jpg 210w, https:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/beine-f\u00fc\u00dfe.jpg 1284w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Sie kommen und gehen. Sie sind, wie sie sind.<\/p>\n<p>Beide S\u00e4tze klingen wie Floskeln.<br \/>\nZumindest, weil sie sich rhythmisch auf die Zunge legen.<br \/>\nInhaltlich?\u00a0Nein, sie sind kurz gefasste Erkenntnis. Erfahrung vielleicht.<br \/>\nUnd sie stimmen. Auf jeden Fall f\u00fcr mich.<br \/>\nSeit ich diese zwei Aussagen verinnerlicht habe, sind sie mir sogar n\u00fctzlich. Mehr noch, sie sch\u00fctzen mich und dienen meiner Gesundheit.<\/p>\n<p>Floskeln beschreiben Begebenheiten, die zu erwarten sind, die zumindest h\u00e4ufig vorkommen. Es geht um so normale Begebenheiten, dass sie schon im Voraus erahnt werden,\u00a0 &#8211; und die au\u00dferdem wirklich eintreffen.<br \/>\nDas ist ja an sich nichts Verwerfliches. Im Leben muss nicht immer alles eine \u00dcberraschung sein. Dinge, Situationen, menschliches Gehabe, das einem vertraut ist, verunsichert nicht, sondern es entlastet. Immer alles neu zu erfahren, zu definieren, zu interpretieren und einzusortieren, das w\u00e4re entsetzlich anstrengend, wenn nicht gar schlicht unm\u00f6glich.<\/p>\n<p>Ich arbeite seit Jahrzehnten \u2013 bin ich wirklich schon so alt? \u2013 mit Kindern, gro\u00dfen Kindern.\u00a0Vier Jahre lang begleite ich sie, manche hinterlassen einen Eindruck, gut oder schlecht, viele waren eben eine Zeit lang in meiner Obhut, nicht mehr, einigen bleibe ich verbunden.<br \/>\nSeit ich mir ganz bewusst sage, SIE SIND, WIE SIE SIND, kann mich nichts mehr so schnell aus der Fassung bringen.<\/p>\n<p>Ihre Handlungen, ihre Reaktionen entspringen ihrem Innersten und haben meistens gar nichts mit mir zu tun. Ich bin nur ein Teil ihrer Welt, die im Alter von 10 \u2013 15 Jahren gewaltig durcheinander gebeutelt wird. Ihre Innenwelt steht auf sehr wackeligen F\u00fc\u00dfen, wenn sie dies auch nie zugeben w\u00fcrden. Nur gut, dass in ihnen eine \u201ePers\u00f6nlichkeit\u201c thront, die wenig bis gar nicht zu verr\u00fccken ist, an die sie sich selbst erst gew\u00f6hnen, mit der sie ein Leben lang einen festen Stand &#8211; wo auch immer \u2013 bewerkstelligen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Einen Charakter, ein Wesen kann, soll und will ich mit meinen M\u00f6glichkeiten nicht formen. Wie gesagt: Sie sind, wie sie sind.<br \/>\nMeine Aufgabe ist wohl vielmehr, sie zu unterst\u00fctzen, dass es ihnen gelingen m\u00f6ge, dieses Sein einzuordnen in einer Gemeinschaft, in die sie gestellt sind. Denn auch die jeweilige Gemeinschaft kann man sich nur selten w\u00e4hlen. Schule ist ein buntes, zuf\u00e4lliges Puzzle auf Zeit, ein \u00dcbungsfeld f\u00fcr viele weitere m\u00f6gliche Gemeinschaften in einem Leben.<br \/>\nDen Platz zu finden, dort an sich und den anderen zu wachsen, ist die wahre Aufgabe eines jungen Menschen. Das kann mitunter sehr anstrengend f\u00fcr diesen selbst sein, aber auch f\u00fcr alle anderen, die rein zuf\u00e4llig im selben Puzzle mitwirken.<br \/>\nIch kann im besten Fall unterst\u00fctzen, dass der Platz gefunden wird, der dieses Wachsen an sich selbst, an den eigenen F\u00e4higkeiten und Fertigkeiten, dem Selbstvertrauen und dem Wachsen an den anderen erm\u00f6glicht.<br \/>\nEine Zeitlang.<br \/>\nDenn:<br \/>\nSIE KOMMEN UND GEHEN.<\/p>\n<p>Dieses mein Bem\u00fchen hat bei jedem einzelnen Kind ein Ablaufdatum. Wie viel ich gebe, wie viel ein Kind gibt und zugleich annimmt, es spielt irgendwann keine Rolle mehr. Sp\u00e4testens nach vier Jahren entschwinden sie aus meinem Wirkungsbereich. Und ein neuer Abschnitt beginnt. F\u00fcr sie und f\u00fcr mich.<\/p>\n<p>Mit diesem Wissen darf es niemals geschehen, dass das Bem\u00fchen so viel von meiner Kraft einnimmt, dass ich neuen Aufgaben nicht in meiner Ganzheit gewachsen w\u00e4re. Denn ich wage zu behaupten, f\u00fcr die gro\u00dfen Kinder gilt: Aus den Augen, aus dem Sinn. Ich aber bleibe zur\u00fcck und m\u00f6chte bereichert ebenfalls an meiner Aufgabe gewachsen sein, nicht mich darin verzehrt haben.<\/p>\n<p>Darum gilt &#8211; erst recht bei gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichem Engagement &#8211; f\u00fcr mich:<br \/>\nSie sind wie sie sind.<br \/>\nSie kommen und gehen.<br \/>\nUnd das ist gut so.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie kommen und gehen. Sie sind, wie sie sind. Beide S\u00e4tze klingen wie Floskeln. Zumindest, weil sie sich rhythmisch auf die Zunge legen. Inhaltlich?\u00a0Nein, sie sind kurz gefasste Erkenntnis. Erfahrung vielleicht. Und sie stimmen. Auf jeden Fall f\u00fcr mich. Seit ich diese zwei Aussagen verinnerlicht habe, sind sie mir sogar n\u00fctzlich. 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