{"id":388,"date":"2015-05-19T19:21:00","date_gmt":"2015-05-19T17:21:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.suria.at\/?p=388"},"modified":"2015-05-26T13:01:27","modified_gmt":"2015-05-26T11:01:27","slug":"freiheit-der-worte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.suria.at\/?p=388","title":{"rendered":"Freiheit der Worte?"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-390\" src=\"http:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/IMG_1298-300x225.jpg\" alt=\"IMG_1298\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/IMG_1298-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/IMG_1298-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/IMG_1298-210x158.jpg 210w, https:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/IMG_1298.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Meinungsfreiheit, Redefreiheit, Pressefreiheit\u2026<\/p>\n<p>Zurzeit ein brennendes Thema.<\/p>\n<p>Die Welt k\u00f6nnte alle Meinungen tragen, aber die Menschen k\u00f6nnen diese leider nicht ertragen. Weil diese Meinungen immer nur in pers\u00f6nlichen Welten ankommen, &#8211; diese sind mitunter klein oder sehr von verschiedensten Umst\u00e4nden gepr\u00e4gt und geformt.<\/p>\n<p>Wir kennen das schon aus dem Privatleben: Ein unvorsichtiges Wort, ein zu schnell und unbedacht ausgesprochener Satz ist nicht mehr zur\u00fcckzuholen, die Worte sind wie die Federn eines ausgesch\u00fcttelten Kopfkissens, &#8211; in alle Winde verstreut und nie wieder einzusammeln.<br \/>\nUnd mit nichts zu entschuldigen. Verzeihen ist m\u00f6glich, aber vergessen wird nie.<\/p>\n<p>Um wie viel mehr multipliziert oder potenziert sich dieses Dilemma, wenn es eine Gemeinschaft betrifft? Eine Sprachgruppe? Eine Minderheit? Ein Volk?<\/p>\n<p>Worte k\u00f6nnen sch\u00e4rfere Waffen sein als Feuer und Stahl.<br \/>\nWorte k\u00f6nnen Pers\u00f6nlichkeiten zerst\u00f6ren.<br \/>\nWorte k\u00f6nnen manipulieren und verf\u00fchren.<\/p>\n<p>Und doch:<\/p>\n<p>Ich liebe Worte!<\/p>\n<p>Worte sind eine unersch\u00f6pfliche Welt, eine unermesslich gro\u00dfe, sch\u00f6ne Welt. Worte erm\u00f6glichen alles, sie geben den Gedanken Gestalt, sie halten fest, setzen fort, entwickeln und f\u00fchren in unbekannte Seelengr\u00fcnde. Worte verbinden mit Menschen \u00fcber Zeiten und R\u00e4ume hinweg wie nichts anderes auf der Welt.<\/p>\n<p>Worte helfen mir, mich selbst auszudr\u00fccken und mir eine \u201ePers\u00f6nlichkeit\u201c zu verleihen. Auch wenn ich immer einem Wandel unterworfen bin, Worte gehen mit. Mehr noch, sie wachsen mit, ohne dass dies ein Widerspruch sein m\u00fcsste.<\/p>\n<p>Allerdings ben\u00f6tigt jedes Wort meine klaren Gedanken, mein \u201eGewissen\u201c. Kann ich zu meinem Wort, auch wenn ich mich weiterentwickle, morgen noch ja sagen? Passen die Worte auch \u00fcbermorgen noch? Und in etlichen Jahren?<\/p>\n<p>Mit diesem Anspruch betreibe ich nat\u00fcrlich eine Art Eigenzensur. Das bedeutet jedoch nicht, dass ich unehrlich w\u00e4re. Ich versuche lediglich, mich in einem gro\u00dfen Ganzen zu sehen. Bei emotionalen Texten gelingt dies nicht so leicht. Und trotzdem bin ich \u00fcberzeugt, dass ein Augenblick so festgehalten werden kann, dass er am n\u00e4chsten Morgen nicht verletzt. Weder andere, noch mich selbst.<\/p>\n<p>So gesehen ist eine Eigenzensur wohl ratsam.<br \/>\nSehr ratsam.<\/p>\n<p>Im Zeitalter des Internet, der sozialen Netzwerke erst recht, denn dort wird niemals vergessen. Wie sorglos setzen viele ihre Identit\u00e4t der \u00d6ffentlichkeit, dem immerw\u00e4hrenden Zugriff aus! Wie sorglos wird beiseite geschoben, dass nicht nur der Augenblick z\u00e4hlt!<\/p>\n<p>Viele Autoren \u00fcberarbeiten ihre Texte oft und oft. Immer wieder, bis sie endlich mit einem Ergebnis zufrieden sind. Und auch dieser Augenblick der Zufriedenheit gilt m\u00f6glicherweise nur f\u00fcr einen bestimmten Zeitraum. Ein Leben verl\u00e4uft in den seltensten F\u00e4llen wie ein geradliniger Fluss, viel \u00f6fter ist es von Br\u00fcchen durchsetzt, die eine neue Sicht bedingen oder verlangen. Die Sprache wird ein Teil dieser neuen Sicht sein.<\/p>\n<p>Da immer Ver\u00e4nderungen m\u00f6glich sind, bedeutet zu seinem Wort zu stehen, seine Entwicklung anzunehmen. Und darum ben\u00f6tigt es den Mut, etwas einfach sein zu lassen ohne dem nachzutrauern.<\/p>\n<p>Loslassen.<br \/>\nDas war ich eben auch.<br \/>\nIrgendwann sollte hinter dem letzten Punkt ein \u201eSchlusspunkt\u201c stehen.<br \/>\nNicht mehr in mir drin.<br \/>\nWeil ich schon eine gro\u00dfe Strecke weiter bin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Meinungsfreiheit, Redefreiheit, Pressefreiheit\u2026 Zurzeit ein brennendes Thema. Die Welt k\u00f6nnte alle Meinungen tragen, aber die Menschen k\u00f6nnen diese leider nicht ertragen. Weil diese Meinungen immer nur in pers\u00f6nlichen Welten ankommen, &#8211; diese sind mitunter klein oder sehr von verschiedensten Umst\u00e4nden gepr\u00e4gt und geformt. 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