{"id":1481,"date":"2022-09-01T18:01:31","date_gmt":"2022-09-01T16:01:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.suria.at\/?p=1481"},"modified":"2022-12-30T19:18:19","modified_gmt":"2022-12-30T17:18:19","slug":"die-5-finger-philosophie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.suria.at\/?p=1481","title":{"rendered":"Die 5 Finger-Philosophie"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-vivid-cyan-blue-color has-text-color\">Ein lauer Sommerabend im Freien vor der Historischen Hammerschmiede in St. Anna \/ Vils mit der ausgezeichneten Musikerin Heidi Abfalter!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-vivid-cyan-blue-color has-text-color\">Was f\u00fcr eine Freude f\u00fcr mich! Ich darf passend zu ihren Musikst\u00fccken Texte beisteuern &#8211; und miteinander wird aus \u201eKl\u00e4ngen und Worten verwebt\u201c ein ganz besonderer Abend.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-vivid-cyan-blue-color has-text-color\">Meistens ist es doch so, dass eine Lesung untermalt wird mit Musik, damit den Zuh\u00f6rern eine \u201eDenkpause\u201c geg\u00f6nnt wird und der\/die Vortragende eine Sprechpause bekommt. An diesem Abend waren Heidi und ich gleichberechtigte Partner und boten den Zuh\u00f6rern damit einen sehr speziellen H\u00f6rgenuss.&nbsp; Hier nun mein Beitrag zum Nachlesen, Nachdenken, Nachsinnieren &#x1f609;:<\/p>\n\n\n\n<p>Heidi hegt schon l\u00e4nger den Wunsch f\u00fcr einen Abend, wie wir ihn heute gestalten werden. Sie hat Pl\u00e4ne geschmiedet, Musikst\u00fccke ausgew\u00e4hlt &#8211; und dann hat sie mich eingeweiht.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihre Idee &#8211; \u201eKl\u00e4nge und Worte zu verweben\u201c hat mich sofort angesprochen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber &#8211; was uns beiden gef\u00e4llt, muss noch lange nicht anderen gefallen. Also waren wir zuerst unsicher und dann sehr gespannt, ob wir mit unserer Einladung jemanden ansprechen und ob G\u00e4ste zu unserem \u201everwebten\u201c Abend nach St. Anna finden. Schlie\u00dflich sagten wir uns:<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Es kommt, wie\u2019s kommt.<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Womit wir beim Thema w\u00e4ren. Meinem Thema, das ich in Heidis ausdrucksstarke Musik weben m\u00f6chte. <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs kommt, wie\u2018s kommt\u201c ist n\u00e4mlich der erste Satz der \u201e5 Finger-Philosophie\u201c, die ich euch heute n\u00e4her vorstellen m\u00f6chte. 5 Finger, alles in einer Hand, was uns guttut, &#8211; das klingt ja schon einmal recht vielversprechend, nicht wahr?<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eQuelle\u201c, so hei\u00dft das erste St\u00fcck, mit dem Heidi euch begr\u00fc\u00dft hat. Das passt wunderbar zu diesem ersten Satz \u201eEs kommt, wie\u2018s kommt\u201c, denn eine Quelle sprudelt vor sich hin, wo es ihr beliebt und wie die Bedingungen es eben erlauben. Darauf hat man keinen Einfluss.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist ein sch\u00f6nes Bild f\u00fcr sehr vieles, was wir nicht beeinflussen k\u00f6nnen: Wo wir geboren sind, in welcher Zeit wir leben, in welcher Familie wir heranwachsen und viele weitere Umst\u00e4nde. Wir nennen das Schicksal, F\u00fcgung, Karma und Gl\u00fcck. Und alles was kommt, ist eine Folge der Folge der Folge\u2026 Probiert doch mal:&nbsp; Wie weit k\u00f6nnt ihr in eurer Geschichte voller \u201eEs kommt, wie\u2019s kommt\u201c zur\u00fcckblicken, dass ihr als Folge z.B. eure gro\u00dfe Liebe kennengelernt habt? Oder sonst eine wichtige Person? Ich denke jetzt an Heidi und an diesen Abend und ich hab\u2019s schon probiert, &#8211; ich bin bei meiner Lieblingskusine Margit gelandet, damals war ich ungef\u00e4hr 12 Jahre alt.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Schnelldurchlauf:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Margit konnte Gitarre spielen, das hat mir so gefallen, dass ich es auch lernte und dann viele Jahre im Jugendorchester meines Musikschullehrers mitspielte.<\/li><li>Als dann mit 18 Jahren die Entscheidung fiel, ich will Lehrerin werden &#8211; f\u00fcr Deutsch und Biologie, riet er mir, gescheiter das Fach Musik zu w\u00e4hlen: \u201eSo viel kannsch\u201c, sagte er damals und: \u201eBio-Lehrer gibt\u2019s wie Sand am Meer, Musiklehrer braucht man immer.\u201c Das klang \u00fcberzeugend. Also Deutsch und Musik, und mit diesen F\u00e4chern erhielt ich eine Stelle in der Knabenhauptschule in Hall.<\/li><li>Ein damaliger Kollege erz\u00e4hlte mir total begeistert von einem Seminar \u201eFreizeitp\u00e4dagogik\u201c in Vorarlberg. Kann man immer brauchen, dachte ich damals, und meldete mich an.<\/li><li>Dort habe ich einen Vilser kennen gelernt und Paul war und ist mein Lieblingsmensch. Zwei Jahre sp\u00e4ter war ich dann in Vils.<\/li><li>Ja, und dann hat es sich ergeben, dass ich mit zwei Heidis Hausmusik machte. Der Kontakt zu dieser Heidi ist nie abgebrochen und wir verstehen uns bestens, da macht der Altersunterschied gar nichts aus. Hat es eigentlich nie. Und Heidi ist total kreativ und ich liebe das auch, und darum sitzen wir jetzt beide da. So ein Gl\u00fcck!<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Nicht immer l\u00e4sst sich so eine Kette von \u201eEs kommt, wie\u2019s kommt\u201c auff\u00e4deln.<\/p>\n\n\n\n<p>Bischof Stecher schrieb dazu: \u201eVieles verschwindet im fernen Dunst undurchschaubarer Zusammenh\u00e4nge\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Kollegin Renate Thurner fragte einmal einen 15-j\u00e4hrigen Sch\u00fcler im 9. Schuljahr, was er nach dem Schuljahr f\u00fcr Pl\u00e4ne habe. \u201eOoch\u201c, meinte er ganz entspannt, \u201ees kommt, wie\u2019s kommt.\u201c Renate war fix und fertig nach dieser Antwort, das kann es ja wohl nicht sein, in dem Alter nur zu warten, was kommt! Der junge Bursche aus recht verworrenen Familienverh\u00e4ltnissen, der schon einiges mitgemacht hat, wird gewusst, vielleicht eher geahnt haben, das Leben ist kein Wunschkonzert. Das war halt seine Erfahrung. Leider Gottes recht fr\u00fch. Man sollte schon noch W\u00fcnsche und Tr\u00e4ume haben, Pl\u00e4ne und Hoffnungen; eigentlich ein ganzes Leben lang sollte man die haben. Aber vieles ist eben dem Gl\u00fcck geschuldet. Und wie hei\u00dft es so sch\u00f6n: \u201eDas Gl\u00fcck ist ein Vogerl.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Heidi, zum ersten Satz der 5 Finger-Philosophie m\u00f6chte ich dir jetzt ein kleines Vogerl in unser Gewebe setzen. Es soll dir Gl\u00fcck bringen! Und Gl\u00fcck w\u00fcnsche ich auch uns allen hier. Heidi wird nun unsere Gedanken mit einem sehr passenden Musikst\u00fcck begleiten, es hei\u00dft: \u201eSch\u00f6n, dass es dich gibt!\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/gruener-vogel-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"467\" src=\"https:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/gruener-vogel-700x467.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1482\" srcset=\"https:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/gruener-vogel-700x467.jpg 700w, https:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/gruener-vogel-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/gruener-vogel-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/gruener-vogel-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/gruener-vogel-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Es isch, wie\u2018s isch<\/strong>.<\/h3>\n\n\n\n<p>Das ist der zweite Satz, &#8211; vielleicht der schwierigste der 5 S\u00e4tze.<br>Denn so einfach ist es nicht mit dem Wahrnehmen der Wirklichkeit. Wir sind n\u00e4mlich Profis im Filtern. Alles, was wir erleben, hat immer damit zu tun, wie wir gerade drauf sind, was in diesem Moment an alten Erfahrungen aus den unergr\u00fcndlichen Tiefen der Seele auftaucht und was es im Moment f\u00fcr eine Bedeutung f\u00fcr uns hat. So etwas wie DIE Tatsache gibt es nicht. Nur die Sichtweise auf diese Tatsache im jeweiligen Augenblick. Jeder erlebt diese Tatsache also ein bisschen anders.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotzdem ist es ein guter Rat, sich \u201eEs isch, wie\u2019s isch\u201c zu Herzen zu nehmen. Es bedeutet n\u00e4mlich auch, eine Tatsache einfach anzuerkennen, wie sie f\u00fcr mich eben ist. Nicht besch\u00f6nigen, aber auch nicht schlechtreden. Akzeptieren, wo wir im Leben stehen und nicht herumjammern, denn das macht es auch nicht besser. Aber sich auch nicht kleiner machen als man ist, in jedem schlummert n\u00e4mlich eine K\u00f6nigin, ein K\u00fcnstler, ein Prophet, was auch immer.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich m\u00f6chte euch ein Erlebnis mit einem kleinen M\u00e4dchen erz\u00e4hlen, das ich \u201eRosa Zorn\u201c nenne.<\/p>\n\n\n\n<p>Das kleine M\u00e4dchen \u2013 ganz in Rosa warm eingekleidet \u2013 steht auf der winterlichen Terrasse des Gasthauses am Alatsee und br\u00fcllt. Zornestr\u00e4nen br\u00fcllt das Kind. \u201eDie Kleine will wohl etwas ganz anderes\u201c, schmunzeln wir. \u201eVielleicht ein Eis? Das hat sie hier im Sommer mit Sicherheit bekommen.\u201c M\u00f6glich. So klingt das Geschrei jedenfalls. Jetzt gibt es kein Eis, zumindest hier nicht in diesem Landgasthaus am zugefrorenen See. Der junge Vater streckt die Arme aus, das kleine Pers\u00f6nchen, eben noch ein B\u00fcndel Wille und Zorn, l\u00e4sst sich hochheben und vergr\u00e4bt das Gesicht am Kragen der v\u00e4terlichen Winterjacke. Alles wird gut\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Diese kleine Situation, die wir am\u00fcsiert beobachtet haben, wirkt noch ein Weilchen nach &#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Es war eine positive Stimmung in dem gesamten Geschehen, aber es h\u00e4tte auch v\u00f6llig anders sein k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Man muss manchmal recht m\u00fchsam lernen, eine Situation anzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt wieder in die Gegenwart:<\/p>\n\n\n\n<p>Heidi ist f\u00fcr mich die K\u00f6nigin der Harfe und des Hackbretts. Ja Heidi, es isch, wie\u2019s isch!<\/p>\n\n\n\n<p>Was wir als N\u00e4chstes h\u00f6ren? \u201e\u00dcber den Kalkk\u00f6geln\u201c und \u201eAuszeit\u201c. Das Musikst\u00fcck \u201e\u00dcber den Kalkk\u00f6geln\u201c ist die musikalische Sichtweise der Komponistin Maria Ma auf ihre Heimatberge, und das St\u00fcck \u201eAuszeit\u201c d\u00fcrfte das ausdr\u00fccken, was auch diese Ausnahme-K\u00fcnstlerin immer wieder einmal brauchen wird.<br><br>Ich w\u00fcnsche uns allen immer wieder eine Schulter, zum Anlehnen, um Dinge annehmen zu k\u00f6nnen, die uns nicht leichtfallen. Und nat\u00fcrlich Humor, denn mit Humor gelingt die leichtf\u00fc\u00dfige Art zu leben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das rosa V\u00f6gelchen mit Krone f\u00fcr Heidi k\u00f6nnte dazu recht passend in unserem Gewebe sein! &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/rosa-zorn.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"671\" src=\"https:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/rosa-zorn-700x671.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1483\" srcset=\"https:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/rosa-zorn-700x671.jpg 700w, https:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/rosa-zorn-300x288.jpg 300w, https:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/rosa-zorn-768x736.jpg 768w, https:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/rosa-zorn.jpg 997w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Nix bleibt, wia\u2019s isch.<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Wir leben in einer Klimazone, die uns Jahr f\u00fcr Jahr vier Jahreszeiten schenkt. Mit allem, was dazugeh\u00f6rt an Werden und Vergehen. Wer einen Garten hat, kann diesen Kreislauf ein St\u00fcck weit mitgestalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor ein paar Wochen, in der Hauptpflanzzeit, stellte ich fest: \u201eI bin no lang nit fertig!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Paul bringt Tatsachen oft mit ein paar Worten auf den Punkt, sodass sie schon richtig philosophisch klingen, &#8211; er sagte dazu nur: \u201eDu wirst nie fertig. Nix wird fertig, was lebt!\u201c &nbsp;und das bedeutet auch: Nix bleibt, wia\u2019s isch. Das ist unser dritter Satz.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Lebensgesetz versuchen Menschenseit Jahrtausenden auszutricksen. Die alten Griechen suchten die Quelle der ewigen Jugend, hofften auf den Trank aus Ambrosia und Nektar der G\u00f6ttin Hebe, um selbst immer jung zu bleiben. Heute versprechen das Botox und Hyaluron. Aber das ist l\u00e4ngst noch nicht alles. In Amerika lagern eingefroren in \u00fcber 200 Tanks mit Fl\u00fcssigstickstoff bei minus 196\u00b0Celsius Menschen, die sich erwarten, dass in 200, 500 Jahren &#8211; keiner wei\u00df genau wann, &#8211; die Wissenschaft soweit ist und sie dann unbeschadet aufgetaut werden. Die Welt wird sich allerdings ein gro\u00dfes St\u00fcck weitergedreht haben.<br>Dabei liegt die \u201eEwigkeit\u201c sicher nicht in Gefriertanks, sondern in der lebendigen Natur. Alles ist ja ein ewiger Kreislauf. Es gibt Kulturen, die wussten seit je davon und handelten auch danach, den Kreislauf m\u00f6glichst nicht zu unterbrechen. Den Andenv\u00f6lkern war die Natur immer schon heilig, sie dr\u00fccken das mit dem Namen Pacha Mama aus, Mutter Erde.<\/p>\n\n\n\n<p>Heidi hat viel von dieser Einstellung, Weisheit und Wertsch\u00e4tzung der Natur in den Wochen erfahren d\u00fcrfen, die sie mit ihrer Familie in Peru verbracht hat. Ihr Musikst\u00fcck Pachamama ist ein musikalischer Gesang auf die Natur mit ihrem ewigen Kreislauf. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Aber reden wir noch kurz dar\u00fcber, dass dieses \u201eNix bleibt, wia\u2018s isch\u201c uns ja st\u00e4ndig auch ganz pers\u00f6nlich betrifft.<\/p>\n\n\n\n<p>Manchmal ist das beunruhigend, man bef\u00fcrchtet, es k\u00f6nnte ja schlimmer kommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Manchmal ist es sehr beruhigend, weil damit die Hoffnung verbunden ist, es kann nur besser werden. Zum Gl\u00fcck haben die meisten Menschen die Gabe, wie eine Katze immer wieder auf den Beinen zu landen, sozusagen auf ihren Seelenbeinen. Und das Leben geht weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Apropos landen: Auch bei so machen Tieren hat man den Eindruck, dass nix bleibt, wie es bisher war: Seit neuestem landen n\u00e4mlich Enten nicht nur im Wasser, wir konnten sie auf dem Kirchdach beobachten und auf so manchem Hausgiebel! Wer wei\u00df, welchen Fortschritt sie damit erreicht haben! &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in jeder Form von Kreativit\u00e4t steckt diese Weisheit: Nix bleibt, wia\u2019s isch.<br>Schaffende, Sch\u00f6pfende, Musizierende, Philosophierende, aber auch H\u00f6rende, Lesende, Diskutierende und vor allem Liebende verleihen dem Wandel im Leben Bestand.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute ist es Heidis Musik, die uns verwandelt. In keiner anderen Kunstgattung sp\u00fcrt man die Verg\u00e4nglichkeit so intensiv wie im H\u00f6rgenuss. Im einen Moment genie\u00dfen wir einen sch\u00f6nen Klang und im n\u00e4chsten ist er schon abgel\u00f6st von einem neuen.<\/p>\n\n\n\n<p>Musik vergoldet die Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir h\u00f6ren nun Heidis Komposition: Pacha Mama, &#8211; ich bin mir sicher, damit nimmt sie uns mit auf ihre Reise. Und ebenso passend h\u00f6ren wir danach: \u201eSeeds\u201c, Samen. Und ich werde eine kleine Ente f\u00fcr Heidi landen lassen. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/vogel-gelb.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"662\" src=\"https:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/vogel-gelb-700x662.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1484\" srcset=\"https:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/vogel-gelb-700x662.jpg 700w, https:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/vogel-gelb-300x284.jpg 300w, https:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/vogel-gelb-768x727.jpg 768w, https:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/vogel-gelb.jpg 799w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ma tuat, was ma kann.<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Zum vierten Satz der 5 Finger-Weisheit gibt es mehrere M\u00f6glichkeiten der Deutung:<\/p>\n\n\n\n<p>Woran denken wir ganz spontan, wenn wir diesen Satz h\u00f6ren: \u201eMa tuat, was man kann\u201c? &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Auf alle F\u00e4lle ist gesagt, dass man macht, was man gelernt hat, was man gut beherrscht.<\/p>\n\n\n\n<p>Im \u00fcbertragenen Sinn bedeutet \u201eMa tuat, was ma kann\u201c: Man gibt sein Bestes.<\/p>\n\n\n\n<p>Oder auch: Man bringt sich ein, um mit seinen M\u00f6glichkeiten zu helfen, wenn man gebraucht wird, und um sich zu engagieren, wo es einem wichtig erscheint.<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, die Hilfsbereitschaft ist eine der wertvollsten zwischenmenschlichen Eigenschaften. Bei uns wird das noch hochgehalten, aber es ist l\u00e4ngst nicht mehr selbstverst\u00e4ndlich. Hoffen wir, dass die Entwicklung in Richtung ICH-linge rechtzeitig von vielen einzelnen abgebremst wird und damit die Zugeh\u00f6rigkeit zu den WIR-lingen wieder attraktiver wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Woran wir die WIR-linge erkennen?<\/p>\n\n\n\n<p>Es sind die Ehrenamtlichen in den verschiedensten Bereichen,<br>es sind jene, die anpacken und etwas tun, auch ohne dabei Geld zu verdienen,<br>und es sind jene, die die Gr\u00f6\u00dfe haben, andere Leute Ideen entwickeln zu lassen, auch wenn diese nicht oder noch nicht einleuchtend sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist so schnell gesagt: \u201eDie spinnt ja!\u201c Oder: \u201eDer hat ja an Vogel!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man den zwei Redewendungen auf den Grund geht, dann klingen sie gar nicht mehr negativ. Am Spinnrad zu sitzen und zu spinnen, war eine \u00e4u\u00dferst langweilige, gleichf\u00f6rmige, zeitintensive Arbeit. Und damit war Zeit f\u00fcr viele, viele Gedanken. Und DIE waren bestimmt nicht alle unn\u00fctz, da ist sicherlich so manche gute und geniale Idee geboren worden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Vogel, ganz konkret die Taube, war urspr\u00fcnglich der Botenvogel der altorientalischen Liebesg\u00f6ttinnen. Im Christentum bekam dann der Heilige Geist dieses sch\u00f6ne Symbol. Was da so um einen flattert, wenn man einen Vogel hat, k\u00f6nnen mitunter sehr beseelte Gedanken sein, die halt nicht jeder zu verstehen vermag.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich glaube, jetzt ist es wieder Zeit f\u00fcr einen unserer V\u00f6gel: Diesmal nat\u00fcrlich eine wei\u00dfe Taube f\u00fcr Heidi.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Satz noch: Bei allem, was wir an Bestem geben, ist es manchmal aber das Allerbeste NIX zu tun.<br>Dabei gibt man n\u00e4mlich dem Kopf die Chance, sein Bestes zu geben. Der Kopf ist bekanntlich kein Hohlraum, da drin arbeitet es immer, als w\u00e4re es das Vergn\u00fcgen schlechthin. Wenn dann alles \u00c4u\u00dfere wegbleibt, dann zeigt sich oft erst, was da drin so alles steckt. Also: Ohne schlechtes Gewissen manchmal, nein &#8211; \u00f6fter mal &#8211; einfach nix tun! Auch auf die Gefahr hin, dass man dann einen Vogel hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Heidi tut jetzt schon was. WIR lehnen uns zur\u00fcck und entspannen uns und h\u00f6ren ihr zu, wenn sie f\u00fcr uns den \u201ePrinzessinnen-Walzer\u201c spielt und das St\u00fcck: \u201eHier und jetzt\u201c. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/taube.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"587\" src=\"https:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/taube-700x587.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1485\" srcset=\"https:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/taube-700x587.jpg 700w, https:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/taube-300x251.jpg 300w, https:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/taube-768x644.jpg 768w, https:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/taube.jpg 1512w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Vorbei isch vorbei.<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>\u201eHereinspaziert! Hereinspaziert!\u201c Mit 14 Jahren habe ich zum ersten Mal im Leben einen Papagei gesehen, einen riesigen, in einem gro\u00dfen K\u00e4fig. Meine Freundin und ich waren so verbl\u00fcfft \u00fcber das laute Geschrei und das bunte Tier mit dem gro\u00dfen Schnabel, dass uns der Gedanke noch gar nicht gekommen ist, was f\u00fcr ein elendes Leben der Vogel doch haben musste. Dieses \u201eHereinspaziert!\u201c klang so einladend! Und das war es f\u00fcr uns auch. Jedes Jahr baute der kleine Rummelplatz ganz in unserer N\u00e4he seine Waggons, Zelte und Anlagen auf. Uns zog es magisch hin, obwohl das meine Mama gar nicht gerne sah. Die Schaukelschiffe hatten es uns besonders angetan: Einmal so weit hinaufschaukeln, dass man rundum kommt, so wie die kr\u00e4ftigen jungen Burschen, die wir beobachteten. Nur das wollten wir. Wir wagten es, zahlten und kletterten in ein eisernes Schiffchen hinein. Da gab es noch keine Sicherungen, nichts. \u201eGut festhalten\u201c, sagte der Betreiber, das war die einzige Absicherung. Und mit all unseren Kr\u00e4ften dr\u00fcckten wir das Schiff immer h\u00f6her, der Punkt, wo es wieder die Richtung wechselt, dauerte immer l\u00e4nger und es hob uns immer mehr vom Schiffsboden hoch, als w\u00fcrden wir schweben. Ich glaube, wir haben uns heiser geschrien. Jaaa, wir haben es geschafft, eine Umdrehung ist uns gelungen. Wir haben uns an die Haltestangen geklammert und uns gegen\u00fcber auf das kleine Dreieck gesetzt, total happy. Der Betreiber bremste uns mit \u201eVorbei ist vorbei!\u201c herunter. Kein Problem, was wir wollten, hatten wir, und ein super Gef\u00fchl dazu, trotz schwurblig weicher Knie. Und beim Verlassen des Rummelplatzes rief der Papagei wieder \u201eHereinspaziert! Hereinspaziert!\u201c Wir sind hinausspaziert. Auf uns warteten neue Abenteuer, neue Geschichten, neue Lebensabschnitte, auch neue Freundschaften, obwohl wir damals dachten, nichts auf der Welt k\u00f6nnte uns je trennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und jetzt sage ich euch, wie der letzte Satz unsrer 5 Finger-Philosophie lautet: Vorbei ist vorbei. Genauso gut k\u00f6nnte er \u201eHereinspaziert\u201c, oder \u201eAuf ein Neues\u201c, \u201eAuf zu neuen Ufern\u201c lauten. Oder aber auch: \u201eEtwas zu Ende bringen\u201c, \u201eEs gut sein lassen\u201c, \u201eEinen Schlusspunkt setzen\u201c, \u201eLoslassen\u201c. Das alles steckt in \u201eVorbei isch vorbei\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, die Geschichte ist wahr. Jeder hier k\u00f6nnte solche Geschichten erz\u00e4hlen, da bin ich mir ganz sicher. Manche Geschichten sind vielleicht verkl\u00e4rt, aber das schadet ja niemandem, dem Erz\u00e4hler tut es m\u00f6glicherweise gut.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie hei\u00dft es so sch\u00f6n: \u201eGott gab uns Erinnerungen, damit wir Rosen im Winter haben.\u201c Keine Sonnenblumen, nein, Rosen. Dass es Rosen sind, ist ganz wichtig. Immerhin ist die Rose die K\u00f6nigin unter den Blumen. Man sollte jedoch nicht unbedacht in die Dornen greifen. So ist es auch mit den Erinnerungen. In alten schmerzhaften Sachen herumzur\u00fchren, diese immer wieder aufzuw\u00e4rmen bringt gar nichts, au\u00dfer erneut Schmerz, Trauer, Wut und sonst noch allerhand, was ungesund ist, es ist schon mehr als genug, dass Verletzungen geschehen sind. Aber auch hier gilt, vorbei ist vorbei. Freuen wir uns an den Rosen, sie lassen sich herrlich kultivieren wie unsere Freude an sch\u00f6nen Dingen auch! <\/p>\n\n\n\n<p>Bevor es vorbei ist mit unserem Abend, h\u00f6ren wir das St\u00fcck mit dem Titel \u201eGewebe\u201c. Und anschlie\u00dfend erklingt die Musik mit dem Titel \u201eAnkunft\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Papagei ruft vielleicht ein anderes Mal wieder \u201eHereinspaziert!\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/papagei.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"933\" src=\"https:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/papagei-700x933.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1486\" srcset=\"https:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/papagei-700x933.jpeg 700w, https:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/papagei-225x300.jpeg 225w, https:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/papagei-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/papagei-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/www.suria.at\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/papagei.jpeg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein lauer Sommerabend im Freien vor der Historischen Hammerschmiede in St. Anna \/ Vils mit der ausgezeichneten Musikerin Heidi Abfalter! 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