{"id":1122,"date":"2019-11-17T15:22:01","date_gmt":"2019-11-17T13:22:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.suria.at\/?p=1122"},"modified":"2019-11-17T15:23:17","modified_gmt":"2019-11-17T13:23:17","slug":"der-garten-ist-ein-unbestechlicher-lehrmeister","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.suria.at\/?p=1122","title":{"rendered":"Der Garten ist ein unbestechlicher Lehrmeister"},"content":{"rendered":"<p>Der Garten lehrt Warten.<br \/>\nImmer wieder warten. Bis es hell wird, bis endlich Fr\u00fchling ist, bis taulaufen gegen schneelaufen eingetauscht werden kann, bis die mutigen Schnittlauchspitzen zu sehen sind, bis die ersten Erdbeeren sonnenreif schmecken, bis man mittags drau\u00dfen essen kann, bis die Haut den ersten Sonnenhauch erh\u00e4lt, bis man den ersten lauen Abend im Freien genie\u00dfen kann \u2026 bis alle Gartenger\u00e4te verr\u00e4umt sind und der Garten unter der Schneedecke tr\u00e4umt &#8230;<\/p>\n<p>Und bei all diesem Warten lehrt der Garten Geduld.<br \/>\nGeduldige Geduld. Da l\u00e4sst sich nichts erzwingen. \u201eDas Gras w\u00e4chst nicht schneller, auch wenn man daran zieht.\u201c Dieses Sprichwort bringt es auf den Punkt: Mein Plan hat sich dem Rhythmus der Natur unterzuordnen. Meine Pl\u00e4ne entsprechen viel mehr einer To-do-Liste mit kreativem Anfang und Ende.<br \/>\nVielleicht.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Darum lehrt der Garten auch Einsicht.<br \/>\nVielleicht schaffe ich, was ich mir vorgenommen habe. Vielleicht auch nicht. Nur im Einklang mit der Natur l\u00e4sst sich arbeiten. Sp\u00e4testens die Dunkelheit gibt mir zu verstehen: genug. Sp\u00e4testens der Frost signalisiert: genug.<br \/>\nFertig, wirklich fertig wird man nie.<\/p>\n<p>Darum lehrt der Garten auch Gelassenheit.<br \/>\nR\u00fcckschl\u00e4ge gibt es n\u00e4mlich immer wieder. Zu viel Regen, &#8211; da fliegen keine Bienen, das bedeutet, heuer gibt es keine \u00c4pfel zu ernten. L\u00e4use fallen wie eine Invasion \u00fcber Triebspitzen her, Junik\u00e4ferlarven locken den Dachs an, der das Gr\u00fcn umackert wie Wildschweine bei der Tr\u00fcffelsuche, Wespen in gro\u00dfer Zahl verleiden den Genuss von S\u00fc\u00dfem oder Gegrilltem und dann gibt es au\u00dferdem mal mehr, mal weniger Angeh\u00f6rige der Sorte piccola bestia, &#8211; M\u00fccken! Aber was soll\u2019s, das Positive \u00fcberwiegt so sehr, dass diese Kleinigkeiten mit Gelassenheit wahrlich ertr\u00e4glich sind.<\/p>\n<p>Womit sich der Kreis schlie\u00dft, der Garten lehrt Zufriedenheit. Wie auch immer, was auch immer: Mit der Kunst warten zu k\u00f6nnen, mit Geduld, Einsicht und Gelassenheit kann ich die Geschenke der Natur annehmen, mich freuen, ich kann genie\u00dfen \u2013 und das alles m\u00fcndet in das warme, erf\u00fcllende Gef\u00fchl der Zufriedenheit.<\/p>\n<p>Gartenliebhaber sind geduldig<\/p>\n<p>Arbeit und Ruhe, Tag und Nacht, Mann und Frau, Winter und Sommer, kalt und warm, &#8211; das ganze Leben ist gepr\u00e4gt von Spannungsverh\u00e4ltnissen. Dass es beides braucht, dr\u00fcckt schon die Sprache aus, immer steht zwischen diesen Gegens\u00e4tzen ein UND: Arbeit UND Ruhe, dunkel UND hell \u2026<br \/>\nIch m\u00f6chte dieses kleine W\u00f6rtchen \u201eund\u201c umtaufen. Nur im Geheimen, es klingt n\u00e4mlich holprig, es ganz zu ersetzen. Doch sinngem\u00e4\u00df m\u00f6chte ich es GEDULD nennen. Die n\u00e4chste Phase kommt, wenn es soweit ist. Die Natur wei\u00df dies oft besser als wir mit unseren Ratgebern aller Arten. \u201eGras w\u00e4chst nicht schneller, wenn man daran zieht\u201c, &#8211; das Sprichwort aus Sambia kommt mir als Gartenliebhaberin sehr entgegen. Nat\u00fcrlich warte ich auf die ersten Rosenbl\u00fcten! Doch zuvor erfreue ich mich an Schneerosen, Himmelschl\u00fcssel und Tulpen!<\/p>\n<hr \/>\n<p>Aus dem Buch: <a href=\"http:\/\/www.suria.at\/?p=1124\">Komm auf meine Gartenbank<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Garten lehrt Warten. Immer wieder warten. 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