Der Weg schiebt sich unter die Füße

Der Weg schiebt sich unter die Füße

lechweg1Weitwanderwege boomen ohne Zweifel. Die Sehnsucht wird im Spiel sein, auf diese Weise seinem Leben auf die Spur zu kommen. Nur am Rande geht es um Kondition und Leistung, um der Herausforderung körperlich gewachsen zu sein. „Ich bin dann mal weg“ – wie Hape Kerkeling formulierte, – ein paar Tage nicht daheim, nicht verfügbar, für nichts und niemanden zuständig sein, nur für sich selbst, keine Pflichten, nur gehen, gehen, gehen, – bis sich der Weg wie von selbst unter die Füße schiebt…

formarinsee klAlle Vergleiche und Beschreibungen mögen banal klingen:
Die Gedanken fließen gemächlicher, – wie der Fluss, an dem ich entlang ziehe,
die Stirn glättet sich, – wie der See, in dem sich geheimnisvoll die Berge spiegeln,
niemand trommelt nervös mit den Fingern, – nein, ganz entspannt höre ich dem Prasseln des Regens auf Kapuze oder Schirm zu,
der Wind legt Gräser in Wellen und schaukelt dicke Äste, – wie meine Arme, die entspannt im Rhythmus der Schritte schwingen,
der Atem passt sich dem Gelände an, bergauf holt er viel Sauerstoff in die Lungen, bergab könnte ich singen, pfeifen,
die Sonne wärmt die Haut, – ich fühle mehr als nur äußere Wärme, diese Wärme lässt sich speichern, für später,
widderchen klTiere zeigen sich, noch nie gesehene, – als hätte der Schöpfer sie eben erschaffen,
unzählige Blumen leuchten, – als wären sie für mich persönlich so schön,
Tropfen funkeln tausendfach, – das muss das Augenzwinkern der Natur sein…

Trotz müder Glieder, zwickender Gelenke keimt mit jedem Kilometer mehr Vertrauen in den eigenen Körper. Man wächst enger mit sich selbst zusammen, – das tut gut!

L wegHeuer ist es der Lechwanderweg, der sich unter die Füße schiebt!
Wunderschön ist er, der Lechwanderweg. Jede Etappe lohnt sich! Landschaftlich bietet diese mehrtägige Wanderung auf unterschiedlichsten Wegen immer wieder überraschende Ausblicke, völlig andere Umgebungen, neue Anforderungen und unzählige Augenblicke, die nur gehend erlebt werden können. Anders käme die Seele gar nicht nach!

Und in diesem ganz speziellen Fall: Der Lechwanderweg vom Formarinsee bis zum Lechfall in der sportlichen Variante, das sind 125 km in 6 Tagen mit 4320 m Aufstieg und 5390 m Abstieg, allerdings nur mit Tagesrucksack, der Koffer wartet am Abend im jeweiligen Hotel (shuttle-Dienst), ein Urlaubsluxus…

Und endlich am Ziel angelangt, – man möchte meinen am Ende der Kräfte, – da springt noch so manche Lechwegwanderin einen jubelnden Feudensprung!
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