Carpe diem!

Carpe diem!

IMG_5579Ich denke diesen Satz sehr oft, und ich sage ihn auch. Aber seit ich diese Worte in zwei Übersetzungsvarianten kenne, noch viel lieber. Welche Variante ich bevorzuge?
Nicht „Nütze den Tag“, um der Zeit möglichst viel abzuringen an dem, was mir wichtig ist, sondern „Pflücke den Tag“!
Ich ließ mir sagen, das sei die wörtliche Übersetzung (mein mickriges Lateinresterl kann dies nicht bestätigen).
„Pflücke den Tag“ gefällt mir ja wesentlich besser!
Da hat nämlich auch das Hinsetzen und Genießen besser Platz. Und noch ein Gedanke:

Pflücken verbindet man landläufig mit Blumen. Das geht nur ganz oder gar nicht. Wenn ich also einen Tag pflücke, dann gilt das für den ganzen Tag, nicht für Minuten, Stunden, Aktionen, Aktivitäten. Sondern für den ganzen Tag als Grundeinstellung. Und erst abends weiß ich, ob er gepflückt ist, vorher nicht.
Pflücken hat auch mit Sinnenfreude zu tun, Sinn und Zweck liegen in der Handlung selbst. Sonst hieße es ernten, roden, schneiden…
Nein pflücken. Mit Sinnenfreuden. Und das passt nun wirklich nicht mit Stress und Schnell-Schnell zusammen.
Also in Zukunft „Carpe diem“, nicht um Zeit oder Gelegenheit zu nützen, sondern um die Sinne ins Spiel zu bringen, um ganz zu sein.
weiße akelei kl

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